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Marc Rychener

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*1976

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Die Katze


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Die Katze 


im letzten bus heimwärts, es war freitagabend und ausgetrunken, fragte mich einer dieser unsteten sorte unrasiert, wohin denn eigentlich all die fische hingingen, wenn die seen austrockneten. ich sah ihn von unten an, bis er sich zu mir hinabbeugte. sag mir wohin, kam es ernst und heiser heraus und in seinen blauen augen schwamm ich undeutlich sitzend. heiter gab ich zurück, die würden gefressen, von den katzen, und dachte nichts dabei.


als ich aussteigen wollte, fand der mensch meinen platz warm und bedankte sich ein bisschen, ich wünschte ihm regen, aber bloss im stillen. den rest ging ich unter strassenlampen, die im wind schwankten, als gönnten sie dem grossen, trockenen stück mond über ihnen die aufmerksamkeit nicht. sie hätten es nicht so übertreiben müssen, denn mit freude sah ich vor mir einen hintern wackeln, in gestreifter hose, ein zebra vielleicht, dachte ich einen moment zu lange und stellte mit freude fest, dass ich also tatsächlich einen rausch hatte. der hintern war aber langsamer als ich und kein zebra, wie ich beim vorübergehen mit einem gezielten seitenblick merkte, sondern die nachbarin, und ich grüsste höflich vor mich hin. sie nahm mich wahr, denn sie hatte auch freitag, und zum glück war es nicht mehr weit.


sogar die schlüssel passten noch, auch die gestreifte wollte etwas warmes. ich setzte einen kaffee auf, sie sass mit ihrem hintern auf meinem sofa und die stoffmuster lachten einander aus. milch nehme sie übrigens keine, meinte sie und lachte nun selber, worüber wusste ich gerade nicht, vermutlich hatte sie selten gelegenheit. ich reichte ihr meine lieblingstasse, aus mitleid vielleicht, oder weil sie am grössten war und so etwas länger zeit blieb. dann erzählte ich ihr die geschichte mit den fischen, damit sie noch einmal lachte, und fragte sie, welche musik sie hören möchte, ein fehler, wie sich zeigte, den ich sogleich und aufrichtig bedauerte. ich machte dafür den fernseher an, blieb mit der fernbedienung an einer tiersendung hängen. das sollte im allgemeinen recht guten gesprächsstoff geben, aus kindertagen, und ob sie lieber löwen oder gazellen hätte, und wenn sie nichts sagen würde, könnte ich immer noch einen zebrawitz erzählen.


ich fand es an der zeit, ihr die geschmacksfrage zu stellen: blue curaÇao, green banana oder gar einen kubanischen rum, den sie auch toll fand. dann tranken wir langsam, schwiegen lange und es war fast gar nicht mehr peinlich, als die dickhäuter zu kopulieren anfingen, so als sei das eigentlich eine ganz gute idee an einem freitagabend für zwei menschen, die noch nicht genug tag hinter sich hatten für eine nacht alleine. von draussen starrte noch eine doofe katze, die mich sonst immer mit ihren grünen augen erschreckte, in unseren film. doch da hatte das zebra sein fell bereits abgelegt. über der savanne lag ruh und wir, im bläulichen licht am boden, wir schwammen davon.