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Lea Gottheil

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© Nomi Gottheil 

 

*1975

Lea Gottheil, 1975 geboren.  Lebt mit ihrem Mann & ihren zwei Söhnen in Zürich. Schriftstellerin & Buchhändlerin

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Wenn der Faden reisst

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tallin


behutsam

mahnt die gemeinschaft der steine

behutsam

fühlt unsere hügel unter euren absätzen

sucht in sandigen fugen alte nachbarsgeschichten

steigt auf diesen berg seid leise der nordwind

verwirbelt euch das haar die ihr keine rüstungen mehr tragt

und du setzt fuss auf fuss

bleibst stehen

vor drachen und alten grabplatten kaufst russische holzpuppen hoffst

keine gehe je verloren

von diesen familien den nachbarschaften behutsam

erinnerst du dich

gehst leise ein stück mit der taube

zeigt nicht das kleinste flattern



estonia

 

das kleinvogelvolk auf dem kleinbuchs palavert sich

die namen zu

eingraviert auf dem granit glänzen wie ihre

schnäbel in der septembersonne

auch damals estonia nach deinem tauchtod trieb es

die möwen vom meerbusen über den wehrturm

und das kleinvogelvolk auf dem kleingewachsenen

verstummte für sekunden im lärmschatten ihrer schreie


einigelung

 

 

wie ihn der november vorgibt

so einen nebel möchte ich mir stricken mich darin

unauffindbar verknäueln gedanken teilvereisen damit

sie frisch bleiben wenn es taut

 

meine beiden kinder will ich ganz und schliesse die läden

weltpalaver perlt vom hauslack wenn ich nur auch dies zweite kind 

starkgesund in die welt entlassen kann man wird uns finden im milchstrom

ich möchte mir so einen nebel stricken die hausklingel verzementieren

aus schaffell spielt dumpf dosenmusik für meine nerven die gehen durch

rieselnden unfrieden

wachsende herzen unter meinem dichten dach ich höre nichts als ihr schlagen

 

irgendwann treten wir unter die schneeglocken schieben vorhänge rufen klaren auges

ist noch wer da